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Bulbärsyndrom

Auch bekannt als: Bulbäre Lähmung

Bulbärsyndrom (vom lat. bulbus — Zwiebel) ist ein schwerwiegender neurologischer Symptomenkomplex, der auf einer fokalen Läsion des unteren Abschnitts des Hirnstamms beruht.

Die Pathologie tritt bei Schädigung der Kerne oder Wurzeln dreier Hirnnerven gleichzeitig auf: N. glossopharyngeus, N. vagus und N. hypoglossus.

Ätiologie und Pathophysiologie

Die Medulla oblongata ist ein lebenswichtiges Zentrum, das das Gehirn mit dem Rückenmark verbindet. Bei schweren Schädel-Hirn-Traumata ist seine Schädigung selten primär. Am häufigsten sind die Stammstrukturen sekundär betroffen — sie werden grob komprimiert und im großen Hinterhauptsloch des Schädels eingeklemmt, wenn das Ödem der Hemisphären zunimmt (Einklemmungsprozess).

Kompression oder Ischämie der motorischen Kerne der 9., 10. und 12. Paare der Hirnnerven führt zur Entwicklung einer schlaffen (peripheren) Lähmung der Muskeln des Rachens, des Kehlkopfs, des weichen Gaumens und der Zunge. Der pathologische Prozess zerstört vollständig den komplexen reflexartigen Akt des Schluckens und der Stimmgebung.

Klinische Signifikanz

Das Syndrom manifestiert sich durch eine klassische und äußerst gefährliche Triade von Symptomen. Es tritt Dysphagie (vollständige Unfähigkeit, Nahrung oder Speichel zu schlucken), Dysarthrie (unverstehbare, verschwommene Sprache) und Dysphonie (Heiserkeit oder Stimmverlust) auf. Bei der Untersuchung wird ein Fehlen des Pharyngealreflexes und ein Herabhängen des weichen Gaumens festgestellt.

Dieser Zustand stellt eine unmittelbare Bedrohung für das Leben des Patienten dar. Aufgrund der Lähmung der Rachen- und Epiglottismuskulatur gelangen Speichel und Nahrung ungehindert in die Atemwege (Aspiration), was unweigerlich zu Erstickung oder Entwicklung schwerster Aspirationspneumonie führt. Zudem befinden sich in der Nähe dieser Kerne Atem- und vasomotorische Zentren, deren Kompression Herz- und Atemstillstand verursacht. Patienten mit einem solchen Syndrom benötigen eine sofortige Verlegung auf maschinelle Beatmung und Sondenernährung.

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