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Laminektomie

Auch bekannt als: Dekompression des Wirbelkanals

Laminektomie (von lat. lamina — Platte und griech. ektome — Ausschneidung, Entfernung) ist eine neurochirurgische Operation an der Wirbelsäule, bei der der Wirbelbogen vollständig entfernt wird.

Das Hauptziel dieser Intervention ist die physische Erweiterung des Wirbelkanals, um eine kritische Kompression des Rückenmarks oder der austretenden Nervenwurzeln zu beseitigen.

Ätiologie und Pathophysiologie

Anatomisch schließt der knöcherne Bogen das Rückenmark hinten ab und erfüllt eine wesentliche Schutzfunktion. Bei schweren Verletzungen (wie z.B. Trümmerfrakturen mit Verschiebung) oder degenerativen Erkrankungen kann der Raum im Wirbelkanal erheblich enger werden. Im Pathogenese von Stenosen ist auch die kompensatorische Hypertrophie des angrenzenden gelben Bandes beteiligt.

Im Laufe der Operation entfernt der Chirurg den Dornfortsatz und beide knöchernen Platten des Wirbelbogens bis zu den Gelenkfortsätzen. Dadurch entsteht ein breites „Dekompressionsfenster“ für den Duralsack. Infolge des Eingriffs wird die normale Zirkulation der Liquor cerebrospinalis und die angemessene arterielle Blutversorgung des ischämischen Nervengewebes sofort wiederhergestellt.

Klinische Signifikanz

Die Laminektomie ist der klassische Goldstandard der Notfallchirurgie bei der Entwicklung eines akuten Kompressionssyndroms, beispielsweise bei der Bildung eines posttraumatischen epiduralen Hämatoms. Der Eingriff wird auch durchgeführt, um einen direkten chirurgischen Zugang zum Rückenmark für die Entfernung intramedullärer Tumoren zu ermöglichen.

Trotz der hohen klinischen Wirksamkeit der Rettung von Nervenfunktionen führt die vollständige Entfernung des hinteren Unterstützungsbereichs unweigerlich zu einer Verringerung der biomechanischen Stabilität des Wirbelsegments. Aus diesem Grund wird in der modernen Traumatologie die Laminektomie nahezu immer durch einen stabilisierenden Schritt — die transpedikuläre Spondylodese (Befestigung der Wirbel mit Titanschrauben) — ergänzt.

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