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Das Gehirn wird kontinuierlich von Liquor cerebrospinalis umspült und ist von drei Meningen (harte, arachnoide und weiche) umgeben, die sich eng an die innere kortikale Platte anschmiegen.
Bei Frakturen der Schädelbasis können scharfe Knochenfragmente die harte und arachnoide Membran durchreißen.
Dadurch entsteht eine unnatürliche Verbindung zwischen dem sterilen Innenraum des Schädels und der Außenwelt. Wenn die Bruchlinie durch das Dach der Nasenhöhle (Siebbein) verläuft, beginnt die Flüssigkeit frei durch die Nasenhöhle auszutreten (nasale Liquorrhoe). Bei einem Bruch der Pyramide des Schläfenbeins und einer Beschädigung des Trommelfells tritt Flüssigkeit aus dem Ohr aus (otale Liquorrhoe).
Das Ausfließen von klarem, wässrigem Flüssigkeit aus Nase oder Ohren nach einem Kopftrauma ist ein äußerst ernstes Symptom. Im prähospitalen Stadium erkennen Ärzte dies oft an dem „Doppelspot“-Symptom (Halo-Symptom): Wenn ein Tropfen Flüssigkeit auf einen Verband fällt, sammelt sich das Blut im Zentrum und bildet einen breiten, hellen Flüssigkeitshof um sich herum.
Die tödliche Gefahr der Liquorrhoe liegt in der hohen Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von eitrigen Komplikationen. Durch den offenen Kanal können aggressive Bakterien aus der Nasenhöhle oder dem Ohr leicht in den Schädel eindringen und blitzschnellen eitrigen Meningitis hervorrufen. Die Behandlung beginnt mit strikter Bettruhe. Wenn der konservative Ansatz nicht effektiv ist, ist ein komplexer endoskopischer Eingriff zur plastischen Chirurgie der Liquorfistel erforderlich.
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