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Kollektive Immunität

Auch bekannt als: Populationsimmunität

Kollektive Immunität (vom Lat. collectivus — kollektive und immunitas — Unempfindlichkeit, Befreiung) ist ein zentrales epidemiologisches Konzept. Es beschreibt eine Schutzphase der Bevölkerung, bei der die meisten Menschen eine persönliche Immunität gegen eine Infektion haben. Dies macht eine weitere Verbreitung unmöglich.

Ätiologie und Pathophysiologie

Um zu überleben, benötigen Viren und Bakterien eine ununterbrochene Kette der Übertragung von einem infizierten Menschen zu einem empfänglichen. Die Ansteckungsrate eines Pathogens wird durch die Basisreproduktionszahl (R0) gemessen – die Anzahl an Menschen, die ein Infizierter in einem völlig immunfreien Umfeld durchschnittlich ansteckt.

Wenn eine Person in der Kette geimpft ist oder nach einer Erkrankung Antikörper hat, wird sie zu einer biologischen „Sackgasse“ für den Erreger. Der Virus dringt in ihren Körper ein, wird jedoch sofort vom Immunsystem zerstört und nicht in die äußere Umgebung abgegeben.

Wenn die Anzahl solcher geschützten Personen einen kritischen Schwellenwert erreicht, kann sich der Erreger nicht von Mensch zu Mensch übertragen, und die Krankheit wird in der Gesellschaft oder Bevölkerung nicht registriert:

  • für das hoch-infektiöse Masernvirus beträgt der Schwellenwert 95 %;
  • für Poliomyelitis etwa 80 %.

Klinische Signifikanz

Die Ausbildung kollektiver Immunität durch Massenimpfung ist das einzige Mittel in der Medizin zur weltweiten Ausrottung von Krankheiten (zum Beispiel hat die Menschheit auf diese Weise die Pocken vollständig beseitigt).

Aus klinischer Sicht spielt dieser Mechanismus die Rolle eines „sozialen Schutzschildes“. Er ist lebenswichtig für den Schutz von Patienten, die aufgrund medizinischer Kontraindikationen nicht geimpft werden können.

Zu diesen gefährdeten Gruppen gehören:

  • Neugeborene;
  • Schwangere Frauen;
  • Empfänger von Spenderorganen oder Knochenmark;
  • Patienten mit HIV oder Personen, die sich einer intensiven Chemotherapie unterziehen.
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