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Epstein-Barr-Virus

Auch bekannt als: Humanes Herpesvirus Typ 4

Das Epstein-Barr-Virus (benannt nach den Entdeckern Michael Epstein und Yvonne Barr) ist eines der am häufigsten vorkommenden humanen Viren und gehört zur Unterfamilie der Gammaherpesviren. Es ist der Hauptätiologische Faktor für die Entwicklung einer infektiösen Mononukleose.

Ätiologie und Pathophysiologie

Das Virus wird wie andere Mitglieder der Familie der Herpesviren mit dem Speichel beim engen Kontakt (die sogenannte „Kusskrankheit“) übertragen. Nach Eindringen in den Oropharynx infiziert das Virus die Epithelzellen der Schleimhaut, wo es sich aktiv vermehrt, und infiziert anschließend die B-Lymphozyten (immunologische Zellen, die für die Antikörperproduktion verantwortlich sind).

Nach der Infektion verbleibt das Virus lebenslang im menschlichen Organismus, hauptsächlich in den B-Lymphozyten. Während des Lebens kommt es zu einer periodischen, spontanen, asymptomatischen Freisetzung des Virus über den Speichel.

Klinische Signifikanz

In den meisten Fällen verläuft die Infektion asymptomatisch. Bei jüngeren Kindern und Jugendlichen entwickelt sich jedoch die klassische infektiöse Mononukleose.

Sie äußert sich durch folgende Symptome:

  • Hohe anhaltende Fieber;
  • Angina mit festem Belag auf den Mandeln;
  • Lymphadenopathie (Vergrößerung der Lymphknoten);
  • Hepatosplenomegalie (Vergrößerung von Leber und Milz).

Ein Riss der vergrößerten Milz infolge einer Verletzung ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation.

Es gibt keine spezifische antivirale Behandlung oder Impfung gegen das Epstein-Barr-Virus. Das Virus besitzt einen nachgewiesenen onkogenen Potenzial.

Patienten mit verschiedenen Immunstörungen sind einem Risiko für die Entwicklung von EBV-assoziierten Tumoren ausgesetzt, beispielsweise:

  • verschiedene Lymphome;
  • Nasopharynxkarzinom.
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