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Hydrosalpinx

Auch bekannt als: Flüssigkeitsansammlung im Eileiter

Hydrosalpinx (vom Griechischen hydōr — Wasser, salpinx — Rohr) ist eine pathologische Veränderung des Eileiters, die sich durch seine Undurchlässigkeit im distalen (Ampullen-)Abschnitt, die Ansammlung von serösem Transsudat im Lumen und die sackartige Erweiterung des Organs auszeichnet.

Ätiologie und Pathophysiologie

Die Erkrankung ist ein klassisches Ergebnis einer überstandenen akuten oder chronischen Salpingitis (Eileiterentzündung). Infolge des Entzündungsprozesses verkleben die Fimbrien („Zilien“ am Ende des Eileiters) miteinander (Agglutination), wodurch der Ausgang in die Bauchhöhle verschlossen wird. Das Sekret der Schleimhaut wird weiter produziert, kann jedoch nicht abfließen. Der Eileiter wird gedehnt, seine Muskelwände dünnen aus, und die Falten der Schleimhaut glätten sich. Der Inhalt des Hydrosalpinx besteht aus sterilem oder infiziertem Transsudat, das proinflammatorische Zytokine und für den Embryo toxische Substanzen enthält.

Klinische Signifikanz

Hydrosalpinx ist eine absolute Ursache für Tubeninfertilität (insbesondere bei beidseitigem Befall) und ein Risikofaktor für Eileiterschwangerschaften. Die Flüssigkeit aus dem Eileiter kann retrograd in die Gebärmutterhöhle fließen, den Embryo mechanisch abspülen oder eine direkte embryotoxische Wirkung auf das Endometrium ausüben. Dies verringert die Wirksamkeit von IVF-Programmen um das Doppelte und erhöht das Risiko früher Fehlgeburten. Daher wird vor dem IVF-Protokoll die laparoskopische Salpingektomie (Entfernung des betroffenen Eileiters) als Goldstandard angesehen.

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