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Synzytium

Auch bekannt als: Syngenetische Einheit

Synzytium (aus dem Griechischen syn – zusammen und kytos – Zelle) ist eine große mehrkernige Zellstruktur, die nicht durch Zellmembranen unterteilt ist.

In der Infektiologie ist die Bildung von Synzytien ein spezifischer zytopathischer (destruktiver) Effekt, der durch bestimmte Viren bei der Infektion menschlicher Gewebe hervorgerufen wird.

Ätiologie und Pathophysiologie

Einige RNA- und DNA-haltige Viren (insbesondere das Respiratorische Synzytial-Virus, Coronaviren und Herpes-simplex-Viren) besitzen spezifische Fusionsproteine (F-Proteine) auf ihrer Außenhülle.

Der Prozess der Virusinfektion und der Bildung von Synzytien verläuft folgendermaßen:

  1. Eindringen des Virus — wenn das Virus in die menschliche Zelle eindringt, setzt die infizierte Zelle neue Viren in benachbarte gesunde Zellen frei;
  2. Wirkung des Molekülklebers — die infizierte Zelle kann weiterhin Viren produzieren oder sich mithilfe von Fusionsproteinen (F-Protein) mit anderen Zellen verschmelzen;
  3. Zellverschmelzung — als Ergebnis verschmelzen Dutzende einzelner Zellen zu einer Struktur mit vielen Kernen (Synzytium).

Klinische Signifikanz

Die Bildung von Synzytien führt zu einem raschen und massiven Absterben gesunder Gewebe.

Die klinische und diagnostische Bedeutung des Phänomens besteht in Folgendem:

  • Nekrose der betroffenen Gewebe — die Zelle, die sich in ein Synzytium verwandelt hat, verliert ihre Funktionen und stirbt bald darauf (zum Beispiel verschmilzt das Flimmerepithel der Atemwege bei einer Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus zu mehrkernigen Schichten, die dann absterben und als ganze Stücke direkt in das Lumen der Bronchien abfallen);
  • Erkennung von Viren — in der Labordiagnostik wird das Phänomen zur Ermittlung des Erregers verwendet: Bei der Mikroskopie von Abstrichen (zum Beispiel im Tzanck-Test bei Herpes) sucht der Arzt-Laborant visuell nach charakteristischen großen mehrkernigen Zellen, was als direkter Nachweis einer Infektion dient.
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