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Die Größe der Pupille wird durch zwei Muskeln reguliert: den Schließmuskel (zur Verengung) und den Dilatator (zur Erweiterung). Die Funktion des Schließmuskels wird von parasympathischen Nervenfasern gesteuert, die im Augenbewegungsnerv (drittes Hirnnervenpaar) verlaufen.
Eine Besonderheit der Anatomie ist, dass sich diese empfindlichen Fasern an der Oberfläche des Nervenstamms befinden. Wenn bei einer temporalen Einlagerung verschobenes Hirngewebe beginnt, auf den Augenbewegungsnerv zu drücken, werden diese oberflächlichen Fasern als erste in Mitleidenschaft gezogen. Das Signal zur Pupillenverengung wird blockiert — und der Dilatator erhöht ungehindert die Pupille.
Das Auftreten eines einseitigen anhaltenden Mydriasis bei einem Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma ist ein klassisches Symptom, das mit mehr als 80 % Wahrscheinlichkeit auf das Vorhandensein eines massiven intrakraniellen Hämatoms hinweist.
Eine wichtige diagnostische Regel lautet: Die erweiterte Pupille tritt in der Regel auf der Seite der Blutung auf. Dies ermöglicht es dem Neurochirurgen, ohne Fehler zu erkennen, von welcher Seite der Zugang zum Hämatom erfolgen soll, selbst wenn kein Computertomograph zur Verfügung steht. Beidseitige Mydriasis (weite Pupillen in beiden Augen, die nicht auf Licht reagieren) ist ein äußerst schlechtes prognostisches Zeichen, das auf eine totale Zerstörung oder eine tiefe Hypoxie des Hirnstamms hinweist.
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