Glossar durchsuchen

Blättern nach Buchstaben

Alle Begriffe

Eosinophilie

Auch bekannt als: Erhöhte Eosinophilenspiegel

Eosinophilie (vom Namen des Farbstoffs Eosin und griech. philia — Liebe, Neigung) ist ein Zustand, der durch eine Vermehrung der Eosinophilen im peripheren Blut über 0,5 × 10⁹/l gekennzeichnet ist.

Eosinophilie kann in verschiedene Arten unterteilt werden:

  • Primäre — verbunden mit hämatologischen Pathologien;
  • Sekundäre — verursacht durch verschiedene nicht-hämatologische Gründe, einschließlich infektiöser;
  • Idiopathische — wenn die Ursache für den Anstieg der Eosinophilenzahl unbekannt ist.

In der Infektologie ist dieser Laborparameter ein Indikator für eine Gewebsparasiteninvasion (Helminthen).

Ätiologie und Pathophysiologie

Eosinophile sind eine Art von Leukozyten (Granulozyten). Sie haben mehrere wichtige Funktionen für den Menschen:

  • Sie bieten Schutz vor parasitären Infektionen;
  • Sie sind an der Entwicklung allergischer Reaktionen beteiligt;
  • Sie regulieren onkohämatologische und autoimmun Pathologien.

Sie werden im Knochenmark unter dem Einfluss von hämatopoetischen Wachstumsfaktoren (granulozytär-makrophagen Kolonie-stimulierender Faktor, Interleukin-3 und Interleukin-5) gebildet.

Der Pathogenese der Eosinophilie bei verschiedenen Zuständen ist vielfältig und komplex. Eosinophile dringen während einer Helmintheninvasion oder Allergie in Gewebe ein und zeigen Eigenschaften von antigenpräsentierenden Zellen.

Die von den Eosinophilen freigesetzten Granula beeinflussen die Rekrutierung und Aktivierung dendritischer Zellen, was zur Aktivierung der Immunantwort beiträgt.

Klinische Signifikanz

In der klinischen Praxis ist der Nachweis von Eosinophilen im Blutbild (über 0,5 × 10⁹/l) ein Grund für die diagnostische Suche nach einer Wurminvasion, da Viren und Bakterien selten einen Anstieg der Eosinophilenzahl verursachen.

Eosinophilie fällt normalerweise mit der Phase der Larvenwanderung durch die Organe zusammen (z. B. bei Ascariasis, Toxokariasis oder Trichinellose).

Nachdem der Parasit kapsuliert oder im Gewebe abgestorben ist oder die Larve das Organ verlässt, nimmt die Zahl der Eosinophilen allmählich bis zum Normalwert ab.

0:00 / 0:00

Link erfolgreich in die Zwischenablage kopiert

Ich danke Ihnen!

Ihre Nachricht wird gesendet!
Unsere Experten werden sich in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen. Wenn Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte unter info@voka.io