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Bronchiolitis

Auch bekannt als: Kapillarbronchitis

Bronchiolitis (von lat. bronchiolus — kleiner Bronchus und dem Suffix -itis, welches Entzündung bedeutet) ist eine akute virale Erkrankung der unteren Atemwege, die überwiegend die kleinen Bronchien und Bronchiolen bei Kindern unter 2 Jahren betrifft, gekennzeichnet durch Husten, Keuchen und Ateminsuffizienz.

Bronchiolen sind die endständigen, vom Knorpelgerüst und Flimmerepithel freien Zweige des Atmungsbaumes (mit einem Durchmesser von weniger als 2 mm), die direkt in die Alveolen übergehen.

Ätiologie und Pathophysiologie

In der überwiegenden Mehrheit der Fälle (bis zu 80%) ist das ätiologische Agens das respiratorische Synzytialvirus (RSV), seltener Rhinoviren, Adenoviren oder Parainfluenzaviren. Die Infektion zeigt eine Tropie zum Epithel der Bronchien und Bronchiolen.

Die Pathogenese der Erkrankung basiert auf den anatomischen Besonderheiten von Kleinkindern. Die Entwicklung der Pathologie erfolgt in mehreren Phasen:

  1. Das Eindringen des Virus – löst eine starke lokale Entzündungsreaktion, Nekrose und Abschuppung (Desquamation) des Epithels aus;
  2. Entwicklung der Entzündung — begleitet von der Freisetzung proinflammatorischer Zytokine, Ödem und Hypersekretion von Schleim;
  3. Bildung der Obstruktion — es entwickelt sich eine teilweise Verstopfung der Bronchiolen, die am stärksten beim Ausatmen ausgeprägt ist.

Klinische Signifikanz

Der Höhepunkt der Erkrankung tritt bei Kindern im ersten Lebensjahr auf. Aufgrund einer teilweisen Verstopfung der Atemwege entsteht ein Ventilmechanismus der Obstruktion: Beim Einatmen gelangt Luft in die Alveolen, bleibt beim Ausatmen jedoch „gefangen“. Bei vollständiger Obstruktion des Lumens der betroffenen Atemabschnitte kann es zu Atelektasen kommen.

Klinisch manifestiert sich die Bronchiolitis nach einem leichten katarrhalischen Prodrom. Der Zustand des Kindes verschlechtert sich rapide, es treten folgende Symptome auf:

  • Pfeifendes Atmen (Wheezing);
  • Häufige Atmung;
  • Beteiligung der Atemhilfsmuskulatur — manifestiert sich durch Einziehung der weichen Bereiche des Brustkorbs.

Aufgrund der viralen Ätiologie ist eine antibakterielle Therapie nicht indiziert. Die Behandlung ist unterstützend und umfasst eine angemessene Rehydratation und Sauerstofftherapie.

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