Glossar durchsuchen

Blättern nach Buchstaben

Alle Begriffe

Kolposkopie

Auch bekannt als: Videokolposkopie

Kolposkopie (aus dem Griechischen kolpos — Scheide, skopeo — schauen) ist eine hochinformative Methode der visuellen Instrumentaldiagnostik von Pathologien des Gebärmutterhalses, der Vagina und der Vulva, durchgeführt mit einem binokularen Mikroskop (Kolposkop) mit Lichtquelle.

Ätiologie und Pathophysiologie

Die Methode basiert auf der Untersuchung der Reaktion des Epithels und des Gefäßmusters unter starker Vergrößerung (7- bis 30-fach) bei der Durchführung diagnostischer Tests (erweiterte Kolposkopie):

  1. Test mit 3% Essigsäure: Die Säure verursacht eine Koagulation von intrazellulären Proteinen und einen vorübergehenden Gefäßspasmus. Pathologisches Epithel (Dysplasie, HPV-Befall) mit hoher Kerndichte wird intensiver und länger als normales weiß (Effekt des acetoweißen Epithels).
  2. Schiller-Test (mit Lugol-Lösung): Reifes, mehrschichtiges Plattenepithel ist reich an Glykogen und färbt sich jodfarben dunkelbraun. Pathologisch veränderte Zellen (karzinogen, dysplastisch) sind arm an Glykogen und bleiben ungefärbt (jod-negativ).

Klinische Signifikanz

Kolposkopie ist ein integraler Bestandteil des Zervixkarzinom-Screenings (Trias: Zytologie + HPV-Test + Kolposkopie). Sie ermöglicht die Unterscheidung zwischen gutartigen Veränderungen (z.B. Ektopie, Transformationszone, Naboth-Zysten) und verdächtigen (z.B. Leukoplakie, Punktierung, Mosaik, atypische Gefäße). Das Hauptziel der Prozedur ist die Navigation für eine gezielte Biopsie aus dem am stärksten veränderten Bereich zur genauen histologischen Verifizierung der Diagnose.

0:00 / 0:00

Link erfolgreich in die Zwischenablage kopiert

Ich danke Ihnen!

Ihre Nachricht wird gesendet!
Unsere Experten werden sich in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen. Wenn Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte unter info@voka.io