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Asherman-Syndrom

Auch bekannt als: Intrauterine Synechien

Asherman-Syndrom (benannt nach dem tschechischen Gynäkologen Josef Asherman, der die Pathologie 1948 beschrieb) – ist eine erworbene Pathologie der Gebärmutter, die durch partielle oder vollständige Obliteration (Verwachsung) der Gebärmutterhöhle und/oder des Zervikalkanals durch faserige Bindegewebsbänder (Synechien) gekennzeichnet ist.

Ätiologie und Pathophysiologie

Der Pathogenese liegt eine tiefe Schädigung der Basalschicht des Endometriums zugrunde, die seine zyklische Regeneration verhindert. Die gegenüberliegenden Wände der Gebärmutter, die sich ihres Epithels entledigt haben, verschmelzen mit fibrinösen Strängen, die sich dann in dichte Narben organisieren.

Hauptursachen: Aggressive Kürettage (insbesondere bei komplizierter oder verhaltener Schwangerschaft), Gebärmutteroperationen (Myomektomie) und schwere Endometritiden.

Eine spezifische Stellung nimmt die tuberkulöse Endometritis ein: Sie verursacht eine tiefgreifende destruktive käsige Nekrose der Basalschicht, die durch grobes Narbengewebe ersetzt wird, was oft zu einer totalen Obliteration der Höhle («Marmor-Gebärmutter») führt.

Klinische Signifikanz

Das klinische Bild hängt vom Grad der Verwachsung der Höhle ab und umfasst das hypomenstruelle Syndrom (geringe Monatsblutungen), sekundäre Amenorrhoe (vollständiges Ausbleiben der Menstruation bei normaler Ovarienfunktion), Hämatometra (stattliches Blut oberhalb des Verwachsungsortes) und uterine Form der Infertilität. Das Asherman-Syndrom tuberkulöser Ätiologie hat die schlechteste Prognose für die Wiederherstellung der Fruchtbarkeit aufgrund des irreversiblen Verlusts des endometrialen Rezeptorapparates.

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