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Revakzination

Auch bekannt als: Booster-Immunisierung

Die Revakzination (von lat. re- — Erneuerung, Wiederholung, und vaccinus — die Kuh betreffend) ist die erneute Gabe eines Impfstoffantigens an eine Person, die zuvor bereits einen vollständigen Zyklus der primären Immunisierung durchlaufen hat.

Ziel dieses Verfahrens ist die Wiederherstellung oder Verstärkung der erworbenen Immunität, die im Laufe der Zeit natürlicherweise nachlässt.

Ätiologie und Pathophysiologie

Nach einer erfolgreichen Primärimpfung bildet sich im Organismus ein Pool immunologischer Gedächtniszellen (T- und B-Lymphozyten).

Wenn das Immunsystem jedoch über Jahre hinweg nicht mit einem tatsächlichen Wildtypvirus oder Bakterium in Kontakt kommt, sinkt die Zahl der zirkulierenden schützenden Antikörper und spezifischen Zellen allmählich auf ein kritisch niedriges Niveau ab (Phänomen des Nachlassens der Immunität).

Die Revakzination fungiert als „Erinnerung“. Bei erneuter Gabe des Antigens werden ruhende Gedächtniszellen unmittelbar aktiviert.

Es entwickelt sich eine sekundäre Immunantwort: Es erfolgt eine rasche Synthese von Antikörpern der Klasse IgG.

Klinische Signifikanz

Das Konzept der Revakzination bildet in vielen Ländern die Grundlage des nationalen Impfkalenders für Kinder und Erwachsene. In der medizinischen Praxis werden mehrere Hauptanwendungsgebiete für Boosterdosen unterschieden:

  • gegen Diphtherie und Tetanus — die Immunität besteht nicht lebenslang, weshalb Erwachsene alle 10 Jahre eine regelmäßige Revakzination benötigen;
  • gegen bestimmte Infektionen (beispielsweise Pertussis) — die Revakzination ist im Jugend- und Erwachsenenalter wichtig, da die Wirkung der Impfung im Kindesalter nach 3–5 Jahren nachlässt;
  • zum Schutz vor Viren, die zu raschen Mutationen neigen (beispielsweise Coronaviren) — Boosterdosen werden zur Aufrechterhaltung des Schutzes eingesetzt. In diesem Fall erhöht die Revakzination nicht nur den Gesamttiter der Antikörper, sondern „aktualisiert“ auch die immunologische Datenbank, indem sie den Organismus mit neuen Stämmen des Erregers vertraut macht.

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