Die Anamnese (griechisch anámnēsis – Erinnerung) ist eine grundlegende Methode der klinischen Untersuchung, bei der durch Befragung Informationen zur Krankheit, den Lebensumständen und den individuellen Merkmalen eines Patienten ermittelt werden. Dies ist die wesentliche und aufschlussreichste Phase des Diagnoseverfahrens.
Es handelt sich hierbei nicht einfach um eine Zusammenstellung von Beschwerden, sondern um einen strukturierten Dialog mit dem Ziel, die Geschichte der Entwicklung pathologischer Prozesse zu rekonstruieren. Die Qualität der erfassten Krankengeschichte hat direkten Einfluss auf die Genauigkeit einer Verdachtsdiagnose und die Effektivität der gesamten nachfolgenden Untersuchung.
In der klinischen Praxis werden systematisch Informationen zu Schlüsselbereichen gesammelt:
Der diagnostische Wert der Anamnese ist enorm; man nimmt an, dass sie in der allgemeinmedizinischen Praxis in 70–80 % der Fälle eine korrekte Diagnose ermöglicht. Dank einer kompetent erhobenen Krankengeschichte kann eine erste diagnostische Hypothese gebildet und ein gezielter Plan für die körperliche und instrumentelle Untersuchung erstellt werden.
Zusätzlich ist die Erhebung der Krankengeschichte entscheidend für den Aufbau eines vertrauensvollen Verhältnisses zwischen Arzt und Patient. Dies wirkt sich direkt auf die Therapietreue (Compliance) des Patienten und somit letztlich auf den Behandlungserfolg aus.
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