Auch bekannt als: Einfache Mastoidektomie, Schwartze-Operation
Als Antrotomie/Mastoidektomie bezeichnet man einen chirurgischen Eingriff am Mittelohr, bei dem die Höhle des Warzenfortsatzes (Antrum mastoideum) und die Zellen des Warzenfortsatzes (Cellulae mastoideae) des Schläfenbeins eröffnet und ausgeräumt werden. Das Hauptziel der Operation ist die Entfernung des eitrigen, destruktiven Infektionsherdes, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden.
Dieser Eingriff gilt als klassische Behandlungsmethode für akute Mastoiditis, die eine eitrige Entzündung des Warzenfortsatzes darstellt und als Komplikation einer akuten oder chronischen eitrigen Otitis media auftritt. Die Operation zielt darauf ab, die Infektion zu beseitigen, die betroffenen Knochenstrukturen zu reinigen und eine ausreichende Drainage des Mittelohrs zu gewährleisten.
Als wichtigste und absolute Indikation für eine Antrotomie/Mastoidektomie gilt eine akute Mastoiditis. Dabei handelt es sich um einen Zustand, bei dem der eitrige Prozess die knöchernen Scheidewände zwischen den Zellen des Warzenfortsatzes zerstört und eine einzelne eitrige Höhle (Empyem) bildet. Die Operation ist auch bei der Entwicklung anderer otogener Komplikationen angezeigt.
Der chirurgische Zugang erfolgt retroaurikulär (hinter dem Ohr). Der Grundsatz der Operation besteht in der Entfernung der kortikalen Schicht des Warzenfortsatzes, der Eröffnung des Antrum mastoideum und der schrittweisen Entfernung aller von Eiter und Granulationsgewebe betroffenen Knochenzellen bis zum gesunden Gewebe. Dabei ist es besonders wichtig, Strukturen wie die Wand des Fazialiskanals (Canalis nervi facialis), die Canales semicirculares (knöcherne Bogengänge) und den Sinus sigmoideus (S-förmiger Blutleiter) nicht zu beschädigen.
Die Antrotomie/Mastoidektomie ist eine lebensrettende Operation, da sie die Ausbreitung der Infektion vom Schläfenbein in die Schädelhöhle (Meningitis, Hirnabszess) oder die Entwicklung einer Sepsis verhindert. Die Diagnose einer chirurgisch zu behandelnden Mastoiditis wird anhand des klinischen Bildes (Schmerzen, Ödem hinter dem Ohr, Abstehen der Ohrmuschel), einer Otoskopie (pulsierende Otorrhö, Vorwölbung der hinteren oberen Wand des äußeren Gehörgangs, vorgewölbtes Trommelfell) gestellt und durch eine Computertomographie (CT) der Schläfenbeine bestätigt.
Eine rechtzeitig durchgeführte Operation führt zu einer vollständigen Genesung und hat in der Regel keinen Einfluss auf die Hörschärfe, da sie die Gehörknöchelchenkette nicht beeinträchtigt.
Die Nachoperationsperiode umfasst eine antibakterielle Therapie und einen regelmäßigen Verbandwechsel.
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