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Naboth-Zyste

Auch bekannt als: Retentionszyste des Gebärmutterhalses

Naboth-Zyste (ein Eponym zu Ehren des deutschen Anatomen Martin Naboth) ist eine gutartige Retentionszyste des Gebärmutterhalses. Sie entsteht durch mechanische Obstruktion des Ausführungsganges der muzinösen Drüsen des Endozervix.

Ätiologie und Pathophysiologie

Die Zystenbildung steht in engem Zusammenhang mit den Vorgängen in der „Transformationszone“ des Gebärmutterhalses. Während der physiologischen (Metaplasie) oder posttraumatischen (Heilung der Erosion) Epidermisierung überwächst das proliferierende mehrschichtige Plattenepithel das zylindrische und bedeckt die Mündungen der funktionsfähigen Drüsen (Krypten). Das Sekret wird weiterhin in den abgeschlossenen Raum produziert, ohne nach außen abfließen zu können. Dies führt zu einer Erweiterung der Drüse und zur Zystenbildung mit einer Größe von 2–3 mm bis 1–2 cm, gefüllt mit dickem gelblichem oder klarem Schleim.

Klinische Signifikanz

Naboth-Zysten sind eine häufige Befunde bei der Kolposkopie (bei 10–20% der Frauen im reproduktiven Alter) und gelten als Normvariante. Mehrere Zysten weisen auf eine durchgemachte Zervizitis oder einen aktiven Heilungsprozess der Ektopie hin. Große oder multiple Zysten können zu einer Hypertrophie und Deformation des Gebärmutterhalses führen, die Visualisierung des Zervikalkanals erschweren oder als Reservoir für chronische Infektionen dienen, was eine Indikation zur Eröffnung (Punktion) und Drainage darstellt.

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