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Intrakranieller Druck

Auch bekannt als: IKD

Intrakranieller Druck (aus dem Lateinischen intra – innerhalb und cranium – Schädel) ist der physikalische Druck, den das Hirngewebe, das darin zirkulierende Blut und die Liquorflüssigkeit auf die festen Innenwände der Schädelknochen ausüben.

Ätiologie und Pathophysiologie

Die Physiologie dieses Prozesses wird von der fundamentalen Monroe-Kellie-Doktrin beschrieben. Die Schädelhöhle eines erwachsenen Menschen ist eine hermetische und absolut nicht dehnbare knöcherne Sphäre von festem Volumen. Dieses Volumen ist immer zu 100 % mit drei Komponenten gefüllt: Hirngewebe (etwa 80 %), Blut in den Gefäßen (10 %) und Liquor (10 %).

Nach den Gesetzen der Flüssigkeitsphysik muss eine Volumenzunahme einer dieser Komponenten (oder das Auftreten eines neuen, pathologischen Volumens wie bei Hämatomen oder Tumoren) zwangsläufig durch eine gleichwertige Abnahme anderer Komponenten kompensiert werden. Der Körper versucht zunächst, das Gleichgewicht wiederherzustellen, indem er das Volumen des Liquors und des venösen Blutes in der Schädelhöhle verringert. Wenn dieser Mechanismus erschöpft ist, beginnt der Druck innerhalb der knöchernen Box schnell und unkontrolliert zu steigen.

Klinische Signifikanz

Im Normalfall beträgt bei einem Erwachsenen im Liegen der IKD 5 bis 15 mm Hg. Ein Zustand, bei dem dieser konstant über 20 mm Hg liegt, wird als intrakranielle Hypertonie bezeichnet.

Erhöhtes IKD ist aus zwei Gründen äußerst gefährlich. Zum einen verhindert es das Eindringen von arteriellem Blut in die Schädelhöhle, was zu totalem Sauerstoffmangel (Ischämie) und zum Hirntod führt. Zum anderen drückt es das Hirngewebe in die anatomischen Öffnungen an der Schädelbasis (ein Prozess, der als Einklemmung bezeichnet wird), was zur Kompression des Hirnstamms und zum Atemstillstand führt. Bei schweren Traumata ist die Kontrolle des IKD die Hauptaufgabe des Intensivmediziners; dafür werden spezielle elektronische Sensoren direkt in das Gehirn des Patienten implantiert.

Erwähnt in

Schädel-Hirn-Trauma (SHT): Klassifikation, Ätiologie, Symptome, Therapie
Juli 29, 2025 · 29 min lesen
Davidyan A. Davidyan A. · Juli 29, 2025 · 29 min lesen
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