Myometrium (von griechisch mys – Muskel, metra – Gebärmutter) ist die mittlere, massivste Schicht der Gebärmutterwand mesenchymalen Ursprungs, die von glatten Muskelzellen (Leiomyozyten) gebildet wird.
Diese Zellen sind durch Bindegewebe gebündelt und bilden ein komplexes dreidimensionales funktionelles Synzytium, das die kontraktile Aktivität des Organs gewährleistet.
Die strukturelle Organisation des Myometriums umfasst drei unscharf voneinander abgegrenzte Schichten: die submuköse (subendometriale), die vaskuläre (mittlere, die stärkste, mit schrägem und zirkulärem Faserverlauf) und die subserosale (äußere, mit längsverlaufenden Fasern).
Die Leiomyozyten der Gebärmutter weisen eine einzigartige phänotypische Plastizität auf: Während der Schwangerschaft kommt es unter dem Einfluss von Östrogenen und mechanischer Dehnung zu einer enormen Hypertrophie (das Zellvolumen steigt um das 50-fache) und Hyperplasie.
Die kontraktile Aktivität wird durch die intrazelluläre Kalziumkonzentration und die Expression von Rezeptoren für Oxytocin, Prostaglandine und Alpha-Adrenomimetika reguliert, deren Dichte zum Zeitpunkt der Wehen drastisch zunimmt. Eine besondere Rolle spielt die subendometriale Schicht, die außerhalb der Schwangerschaft für die Uterusperistaltik sorgt.
Das Myometrium ist die Quelle der Entwicklung von Leiomyomen – der häufigsten gutartigen monoklonalen Neoplasie bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die Architektur der mittleren Schicht des Myometriums sorgt für die mechanische Blutstillung in der dritten Wehenphase: gekreuzte Muskelbündel ziehen sich zusammen und verengen das Lumen der klaffenden Spiralarterien der Plazenta (Mechanismus der „lebenden Ligatur“). Eine Störung der Kontraktilität (Atonie oder Hypotonie) führt zu massiven, lebensbedrohlichen geburtshilflichen Blutungen. Zur Pathologie des Myometriums gehört auch die Adenomyose, bei der sich in der Muskelschicht endometriumähnliches Gewebe bildet, das eine reaktive Myometriumhyperplasie und eine kugelförmige Umwandlung der Gebärmutter verursacht.
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