Struktur eines Kardiomyozyten: Histologie, Typen und funktionelle Morphologie

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Kardiomyozyten sind verzweigte Zellen, die in ein funktionelles Synzytium von Herzmuskelfasern integriert sind. Wie andere Körperzellen ist der Kardiomyozyt von einer Zytoplasmamembran (Sarkolemm) umgeben und mit Zytoplasma (Sarkoplasma) gefüllt.

Der kontraktile Apparat und die mikroskopische Struktur

Im Sarkoplasma sind Myofibrillen parallel angeordnet; dies sind fadenförmige Strukturen, die aus Sarkomeren (kontraktilen Einheiten quergestreifter Muskelzellen) bestehen. Das Sarkomer setzt sich wiederum aus dünnen Aktin-Proteinfilamenten und dicken Myosin-Proteinfilamenten zusammen.

Elektronenmikroskopisch lässt sich erkennen, dass Sarkomere aus sich abwechselnden hellen (I-Banden) und dunklen (A-Banden) Zonen bestehen. Die Verbindungen der Sarkomere untereinander formen Z-Linien. Das Wechselspiel von hellen und dunklen Zonen in den Myofibrillen verleiht ihnen und der gesamten Muskelfaser eine spezifische Streifung.

Intrazelluläre Systeme und Organellen

Myofibrillen sind vom Sarkoplasmatischen Retikulum und den T-Tubuli umgeben. Das sarkoplasmatische Retikulum dient als Reservoir für Calciumionen, während die T-Tubuli der Kommunikation mit dem Sarkolemm und der extrazellulären Umgebung dienen.

Die T-Tubuli umgeben die Myofibrille auf Höhe der Z-Linien, und in ihrer Nähe bildet das sarkoplasmatische Retikulum schwach ausgeprägte Erweiterungen – terminale Zisternen. Mitochondrien befinden sich zwischen den Myofibrillen im Sarkoplasma.

Kardiomyozyt
Kardiomyozyt: 3D-Modell

Ein Kardiomyozyt besitzt in der Regel einen einzelnen, ovalen und zentral gelegenen Zellkern, wobei jedoch auch zweikernige Formen vorkommen können. Der Zellkern ist vom perinukleären Sarkoplasma umgeben, einer myofibrillenfreien Zone. Die meisten Organellen eines Kardiomyozyten befinden sich im perinukleären Sarkoplasma.

3D-Animation: Herzmuskelzellen

Interzellularen Kontakte: Glanzstreifen

Kardiomyozyten im Herzmuskel sind über sogenannte Glanzstreifen miteinander verbunden. Glanzstreifen stellen die terminalen Abschnitte des Sarkolemms dar, die eine treppenförmige Struktur mit Interdigitationen aufweisen und folgende Elemente enthalten:

  1. Desmosomen, die benachbarte Zellen miteinander verbinden;
  2. Gap Junctions (Connexon-Proteine), die den Austausch von Ionen und Molekülen zwischen Herzmuskelzellen erleichtern.

Lichtmikroskopisch erscheinen die Glanzstreifen als dicke, dunkle Bänder, die quer über die Muskelfasern verlaufen. Somit stellen Glanzstreifen spezialisierte interzelluläre Kontakte dar, welche die koordinierte Funktion sämtlicher Herzmuskelzellen gewährleisten.

Gap Junctions (Connexon-Proteine).
Gap Junctions (Connexon-Proteine): 3D-Modell

Unterschiede zwischen Kardiomyozyten und Skelettmuskelfasern.

Aus dem oben genannten ergibt sich, dass Herzmuskelzellen wie die Skelettmuskelfasern zum quergestreiften Muskelgewebe gehören, jedoch einige wesentliche Unterscheidungsmerkmale aufweisen:

  • Einzelner ovaler zentral gelegener Kern;
  • Fortsätze, über welche die Herzmuskelfasern mittels Glanzstreifen miteinander in Verbindung treten, bilden ein Synzytium und fungieren als funktionelle Einheit;
  • Die terminalen Zisternen des sarkoplasmatischen Retikulums sind schwach ausgeprägt;
  • T-Tubuli sind auf Höhe der Z-Linien lokalisiert;
  • Die Anzahl der Myofibrillen ist geringer als in Skelettmuskelfasern.

FAQ

1. Was ist ein Kardiomyozyt?

Es handelt sich um eine verzweigte Zelle, die sich gemeinsam mit anderen gleichartigen Zellen in ein funktionelles Synzytium aus Herzmuskelfasern integriert. Wie andere Zellen ist ein Kardiomyozyt von einer Zytoplasmamembran (Sarkolemm) umgeben und mit Sarkoplasma gefüllt, in dem sich kontraktile Strukturen und Organellen befinden.

2. Wie ist der kontraktile Apparat einer solchen Zelle aufgebaut?

Seine Grundlage bilden Myofibrillen – fadenförmige Strukturen, die aus Sarkomeren bestehen, den kontraktilen Einheiten der quergestreiften Muskelzellen. Jedes Sarkomer besteht aus dünnen Aktinfilamenten sowie dicken Myosinfilamenten, deren abwechselnde Anordnung der Muskelfaser ihre charakteristische Querstreifung verleiht.

3. Welche Funktion haben die Glanzstreifen?

Diese spezialisierten interzellulären Kontakte gewährleisten die koordinierte Arbeitsweise des gesamten Herzmuskels. Glanzstreifen enthalten Desmosomen für eine robuste mechanische Bindung der Zellen und Gap Junctions (Connexon-Proteine) für den schnellen Austausch von Ionen und Molekülen zwischen benachbarten Zellen.

4. Wo befinden sich der Zellkern und die wichtigsten Organellen innerhalb des Kardiomyozyten?

Ein typischer Kardiomyozyt hat in der Regel einen einzelnen ovalen und zentral liegenden Zellkern. Er ist vom perinukleären Sarkoplasma umgeben, einer speziellen myofibrillenfreien Zone, in der sich die meisten Zellorganellen konzentrieren.

5. Welche Systeme sorgen für die Kontraktion und Energieversorgung der Zelle?

Das sarkoplasmatische Retikulum, welches als Reservoir für Calciumionen fungiert, sowie die T-Tubuli, die mit dem Extrazellulärraum kommunizieren, dienen zur Einleitung der Kontraktion. Dicht im Sarkoplasma zwischen den Myofibrillen lokalisierte Mitochondrien stellen die Energie für die kontinuierliche Herzmuskelarbeit bereit.

Quellenverweise

1.

VOKA 3D Anatomy & Pathology – Complete Anatomy and Pathology 3D Atlas (VOKA 3D Anatomie & Pathologie – Vollständiger 3D-Atlas für Anatomie und Pathologie) [Internet]. VOKA 3D Anatomy & Pathology.

Verfügbar unter: https://catalog.voka.io/

2.

Young, B., O’Dowd, G., & Woodford, P. (2013). Wheater’s functional histology: A text and colour atlas (Wheater’s funktionelle Histologie: Lehrbuch und Farbatlas, 6. Aufl.). Elsevier Health Sciences.

3.

Eroschenko, V. P. (2017). Atlas of histology with functional correlations (Atlas der Histologie mit funktionellen Korrelationen, 13. Aufl.). Wolters Kluwer.

4.

Fred E. Hossler (2014). Ultrastructure Atlas of Human Tissues (Ultrastruktur-Atlas menschlicher Gewebe). John Wiley & Sons, Inc. Hoboken.

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