Die Tympanoplastik (von griechisch týmpanon „Pauke“ und plastikē „chirurgische Wiederherstellung“) ist die allgemeine Bezeichnung für eine Gruppe rekonstruktiver mikrochirurgischer Eingriffe am Mittelohr. Diese Eingriffe verfolgen zwei wesentliche Ziele: die Beseitigung des chronischen Infektionsprozesses und die Wiederherstellung bzw. Verbesserung des Schallleitungsmechanismus zur Rehabilitation des Gehörs.
Der Eingriff dient der Rekonstruktion des Trommelfells und/oder der Gehörknöchelchenkette. Die Tympanoplastik ist das wichtigste chirurgische Verfahren zur Behandlung von Patienten mit chronischer Otitis media, Cholesteatom und Folgen von Ohrverletzungen.
Je nach Art und Ausbreitung des pathologischen Prozesses kann die Tympanoplastik mehrere wichtige Schritte umfassen.
Traditionell wird zur Beschreibung der Prinzipien der Rekonstruktion des Schallleitungsapparats die von H. Wullstein vorgeschlagene Klassifizierung verwendet.
Die moderne Chirurgie nutzt flexible Ansätze und kombiniert oft verschiedene Verfahren, um das beste Ergebnis zu erzielen.
Die Tympanoplastik ist die wichtigste Behandlungsmethode bei chronischer eitriger Otitis media. Der Umfang und die Art der Operation werden anhand der Befunde der Otomikroskopie, Audiometrie und insbesondere des Schläfenbein-CT bestimmt, die eine Beurteilung des Ausmaßes des Prozesses und des Zustands der Knochenstrukturen ermöglichen. Bei Vorliegen eines Cholesteatoms erfolgt die Tympanoplastik fast immer in Kombination mit einer Mastoidektomie (sanierende Operation am Warzenfortsatz). Obwohl die Sanierung des Infektionsherdes oberste Priorität hat, ist das funktionelle Ergebnis (Verbesserung des Hörvermögens) das zweitwichtigste Ziel, das die Lebensqualität des Patienten nach der Operation maßgeblich bestimmt.
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