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Nasopharynx

Auch bekannt als: Epipharynx, Pars nasalis pharyngis

Der Nasopharynx (lat. Pars nasalis pharyngis ist der obere, ausschließlich für die Atmung zuständige Abschnitt des Rachens, der einen Raum hinter der Nasenhöhle und über dem weichen Gaumen darstellt. Oben grenzt sein Dach an die Schädelbasis (Keilbein und Hinterhauptbein). Im Gegensatz zum Oropharynx und Laryngopharynx ist der Nasopharynx nicht am Schluckvorgang beteiligt.

Die Wände des Nasenrachenraums fallen nicht zusammen, sie sind unbeweglich und fest mit den Schädelknochen verbunden. Seine Hauptfunktion ist, die eingeatmete Luft von den Choanen (inneren Nasenlöchern) zu den darunter liegenden Atemwegen zu leiten und dabei die Luft zu erwärmen, zu befeuchten und zu reinigen.

Anatomie

Der Nasopharynx hat mehrere wichtige Verbindungen. Vorne kommuniziert er über die Choanen mit der Nasenhöhle, unten liegt der Übergang zum Rachenraum. An den Seitenwänden befinden sich die Öffnungen der Tuba auditiva, die den Nasenrachenraum mit der Paukenhöhle verbinden. Diese Kommunikation sorgt für einen Druckausgleich auf beiden Seiten des Trommelfells.

Im Dach und in der hinteren Wand des Nasopharynx befindet sich eine Ansammlung von lymphatischem Gewebe, die Rachenmandel (Tonsilla pharyngea). Im Kindesalter kann die Rachenmandel adenoide Vegetationen auslösen, die umgangssprachlich als „Polypen“ bezeichnet werden. Der gesamte Nasenrachenraum ist mit einem mehrreihigen Flimmerepithel ausgekleidet, das für die Atemwege typisch ist.

Klinische Signifikanz

Der Nasopharynx ist Ursprungsort von mehreren verbreiteten Krankheiten, insbesondere bei Kindern. Sein Zustand wirkt sich direkt auf die Nasenatmung und die Mittelohrfunktion aus.

Die häuifigsten Erkrankungen des Nasenrachenraums sind:

  • Hyperplasie der Rachenmandel (adenoide Vegetationen): Eine Vergrößerung der Rachenmandel, die die Choaneen und die Ohrtrompeten verschließen kann. Mögliche Folgen sind erschwerte Nasenatmung, Schnarchen, Schlafstörungen und rezidivierende Otitis media.
  • Adenoiditis: Akute oder chronische Entzündung der Rachenmandel.
  • Rhinopharyngitis: Eine kombinierte Entzündung der Nasenschleimhaut und der Rachenschleimhaut, häufig im Rahmen einer akuten viralen Atemwegserkrankung.
  • Tubenmittelohrkatarrh (akute seröse Otits media): Entzündung der Tuba auditiva bei einer Verbreitung der Infektion aus dem Nasopharynx, mit Druckgefühl im Ohr und einer Verschlechterung des Hörvermögens.
  • Neubildungen: Im Nasenrachenraum können sowohl benigne (z. B. juveniles Angiofibrom) als auch maligne (Nasopharynxkarzinom) Tumoren entstehen.

Zur Untersuchung des Nasenrachenraums wird eine endoskopische Untersuchung durchgeführt, die eine detaillierte Beurteilung des Zustands der Schleimhaut, der Adenoide und der Einmündungen der Tuba auditiva ermöglicht.

Differentialdiagnose

Die Beschwerden bei nasopharyngealen Erkrankungen, insbesondere erschwerte Nasenatmung, ähneln häufig den Symptomen einer Rhinitis oder Sinusitis. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal, das auf eine Erkrankung des Nasenrachenraums hinweist, ist die Einbeziehung des Ohrs (Hörverlust, wiederkehrende Otitis, Druckgefühl). Die Endoskopie ermöglicht es, die Ursache der Obstruktion genau zu bestimmen, insbesondere adenoide Vegetationen von einer Schleimhautschwellung bei Nasopharyngitis oder von einer Raumforderung, die eine Biopsie erfordert, abzugrenzen.

Erwähnt in

Nasenbluten: Ursachen, erste Hilfe, Behandlung
April 04, 2025 · 14 min lesen
Afanasyeva D. Afanasyeva D. · April 04, 2025 · 14 min lesen

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