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Meningitis

Auch bekannt als: Hirnhautentzündung

Die Meningitis (lat. meningitis) ist eine Entzündung der Pia mater und der Arachnoidea mater, die das Gehirn und Rückenmark auskleiden. Es ist ein lebensbedrohlicher Zustand in der Neurologie und Infektiologie, ohne rechtzeitige Behandlung sind ernste Komplikationen, schwere Behinderungen und Todesfälle möglich.

Der Entzündungsprozess bei Meningitis betrifft den Subarachnoidalraum (Spatium subarachnoidale), wodurch die Zusammensetzung der Zerebrospinalflüssigkeit (Liquor) beeinflusst wird. Je nach der Beschaffenheit dieser Veränderungen und ihrer Ursache wird zwischen eitrigen (i. d. R. bakteriell bedingt) und serösen (nicht-eitrigen) (häufig viral bedingt) Meningitiden unterschieden.

Ätiologie und Pathophysiologie

Die Ursache für Meningitis ist ein Infektionserreger, der in das zentrale Nervensystem (ZNS) eindringt. Die Wege des Eindringens können hämatogen (über den Blutkreislauf) oder durch Kontakt (Otitis, Sinusitis, Schädel-Hirn-Trauma) bedingt sein.

Wesentliche Gruppen von Erregern:

  • Bakterien: Sie verursachen schwerwiegende eitrige Formen. Die häufigsten Pathogene: Neisseria meningitidis (Meningokokk), Streptococcus pneumoniae (Pneumokokk) und Haemophilus influenzae vom Typ b (Hib).
  • Viren: Sie verursachen seröse Meningitiden, die in der Regel leichter verlaufen. Die häufigsten Erreger sind Enteroviren, Herpes-Simplex-Virus (HSV), Mumpsvirus.
  • Pilze: Sie befallen hauptsächlich Personen mit Immundefekten (wie z. B. Cryptococcus neoformans bei HIV-Infektion).

Die Keime gelangen in den Subarachnoidalraum und lösen eine starke Entzündungsreaktion aus. Dies verursacht Hirnödem, erhöhten Hirndruck und Beeinträchtigung der Mikrozirkulation, was das typische schwerwiegende Krankheitsbild ergibt.

Klinische Signifikanz

Die Diagnose basiert auf dem Zusammenspiel allgemeiner und meningealer Symptome. Der „Goldstandard“ der Diagnostik ist Lumbalpunktion mit Liquoranalyse, in dem entzündliche Veränderungen (Pleozytose) und der Erreger nachgewiesen werden.

Das klinische Bild beinhaltet drei wichtigste Syndrome:

  1. Allgemeine Infektionssymptomatik: Plötzlicher Krankheitsausbruch, hohes Fieber (39–40 °C), Schüttelfrost, allgemeine Schwäche.
  2. Meningismus (meningeales Reizsyndrom): Entscheidend für die Diagnose.
    • Quäldende, bestende Kopfschmerzen, lassen sich mit üblichen Schmerzmitteln nicht lindern.
    • Nackensteifigkeit: kein passives Vobeugen des Kopfes möglich, das Kinn kann nicht zur Brust gebracht werden.
    • Positive meningeale Zeichen: Kernig-Zeichen und Brudzinski-Zeichen.
    • Hyperästhesien: Lichtscheu (Photophobie), Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie) und Überempfindlichkeit auf Berührung.
  3. ZNS-Symptome: Erregung oder umgekehrt Bewusstseinseintrübung, Krämpfe, Erbrechen, das keine Erleichterung bringt. Hämorrhagische punktförmige Petechien weisen auf eine Meningokokken-Meningitis hin.

Bakterielle Meningitis erfordert eine sofortige Verabreichung hoher Dosen intravenöser Antibiotika. Die Prognose hängt direkt davon ab, wie schnell mit der Therapie begonnen wurde.

Differentialdiagnose

Die Meningitis ist von Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen abzugrenzen. Differentialdagnostisch sollte Subarachnoidalblutung erwogen werden, für die ein plötzlicher Kopfschmerz (Vernichtungskopfschmerz) ohne Fieber zu Beginn charakteristisch ist. Weitere Verdachtsdiagnosen sind Enzephalitis, bei der fokale neurologische Symptome vorherrschen, sowie schwere Infektionen mit Meningismus – Reizungen der Hirnhäute ohne Entzündung und mit normalen Liquor-Befunden.

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