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Kaseinische Nekrose

Auch bekannt als: Quarknekrose

Die käsige Nekrose (von lateinisch caseus – Käse) ist eine spezifische Form der Koagulationsnekrose von Geweben, die für chronische granulomatöse Entzündungen, vor allem tuberkulöser Genese, charakteristisch ist.

Bei diesem Prozess verwandelt sich das abgestorbene Gewebe in eine trockene, bröckelnde, strukturlose Masse von gelblich-weißer Farbe.

Ätiologie und Pathophysiologie

Die Nekrose entwickelt sich im Zentrum des tuberkulösen Granuloms. Der Mechanismus ihrer Entstehung steht im Zusammenhang mit einer Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten Typ (Typ IV). Die toxische Lipidfraktion der mykobakteriellen Zellwand und die lysosomalen Enzyme der aktivierten Makrophagen führen zur vollständigen Zerstörung des Gewebes.

Histologisch gesehen handelt es sich bei der käsigen Nekrose um einen eosinophilen amorphen Detritus mit vollständigem Verlust der Zellstruktur, der Zellkerne und der Gewebearchitektur („Friedhof der toten Zellen“). Um die Nekrosezone herum bildet sich ein Schaft aus epitheloiden Zellen und riesigen vielkernigen Pirogov-Langhans-Zellen.

Klinische Bedeutung

Der histologische Nachweis einer käsigen Nekrose in einer Endometrium-, Eileiter- oder Eierstockbiopsie ist ein absolutes und unbestreitbares Kriterium für die Diagnose einer Genitaltuberkulose. Dies ermöglicht eine zuverlässige Unterscheidung der Tuberkulose von anderen granulomatösen Erkrankungen wie der Sarkoidose (bei der die Granulome nicht käsig sind) oder dem Morbus Crohn.

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