Ein harter schanker (von französisch chancre – Geschwür) ist eine primäre affektive Manifestation der Syphilis, die an der Stelle der Inokulation (Einschleppung) des infektiösen Erregers – blasses Treponema (Treponema pallidum) – auftritt. Es handelt sich um einen spezifischen erosiv-ulzerösen Defekt der Haut oder der Genitalschleimhäute.
Der Schanker bildet sich am Ende der Inkubationszeit, im Durchschnitt 3-4 Wochen nach der Infektion. Makroskopisch handelt es sich um ein regelmäßiges rundes oder ovales Geschwür mit klaren, gleichmäßigen Rändern („untertassenförmig“) und einem glatten, glänzenden („lackierten“) Boden in der Farbe von „rohem Fleisch“.
Die Oberfläche kann mit einem dünnflüssigen serösen Ausfluss bedeckt sein, der eine große Anzahl lebender Treponemen enthält und hochgradig ansteckend ist. Das wichtigste pathognomonische Merkmal, das dem Element seinen Namen gab, ist das Vorhandensein eines dichten elastischen Infiltrats an der Basis des Geschwürs, das beim Abtasten Knorpel oder Pergament ähnelt. Das zweitwichtigste Merkmal ist die völlige Schmerzlosigkeit des Defekts.
In der gynäkologischen Praxis ist der Schanker häufig am Gebärmutterhals oder im hinteren Scheidengewölbe lokalisiert. Aufgrund des fehlenden Schmerzsyndroms bemerkt die Patientin das Auftreten des Geschwürs oft nicht, was dazu führt, dass eine rechtzeitige Behandlung im Primärstadium ausbleibt. Der Schaft epithelisiert spontan nach 3-6 Wochen und erweckt den falschen Eindruck einer Heilung, während die Infektion in das sekundäre (generalisierte) Stadium übergeht. Jedes schmerzlose Genitalulkus erfordert den sofortigen Ausschluss einer Syphilis (Dunkelfeldmikroskopie, Serologie).
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