Eine Adenotomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem hypertrophe Rachenmandeln entfernt werden (adenoide Vegetation). Diese Intervention zielt darauf ab, die Nasenatmung und Drainagefunktion der Gehörgänge wiederherzustellen und die Quelle chronischer Infektionen im Nasopharynx zu eliminieren.
Dieser Eingriff gehört zu den häufigsten Routineverfahren in der pädiatrischen Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Moderne Ansätze zur Adenotomie basieren auf den Grundlagen der vollständigen Entfernung des lymphatischen Gewebes unter visueller Überwachung. So wird das Risiko eines erneuten Auftretens und von Komplikationen minimiert.
Der Eingriff wird bei bestimmten Indikationen durchgeführt, insbesondere beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), wiederkehrenden Mittelohrentzündungen mit Hörverlust und anhaltenden Problemen bei der Nasenatmung, bei denen konservative Behandlungsmethoden nicht anschlagen.
Der heutige „Goldstandard“ ist die endoskopische Adenotomie unter Vollnarkose. Dank visueller Kontrolle kann der Chirurg das Adenoidgewebe mittels Microdebrider (Shaver) oder Kaltplasma-Ablation (Coblation) vollständig entfernen, was die Sicherheit und Effektivität des Eingriffs im Vergleich zur veralteten Methode der blinden Kürettage deutlich erhöht.
Die klinische Signifikanz einer Adenotomie liegt in der dramatischen Verbesserung der Lebensqualität des Kindes: Wiederherstellung der physiologischen Nasenatmung, normalisierter Schlaf sowie reduzierte Häufigkeit von Atemwegs- und Ohrenerkrankungen. Ein erfolgreicher Eingriff verhindert die Entwicklung von Komplikationen einer chronischen Hypoxie und die Bildung eines „adenoiden“ Gesichtsausdrucks.
Trotz der hohen Sicherheit moderner Techniken sind Komplikationen nicht auszuschließen. Zu den wichtigsten gehören postoperative Blutungen (frühzeitig oder verzögert) und in seltenen Fällen die Entwicklung einer palatopharyngealen Insuffizienz (nasale Sprache, Nahrung gelangt in die Nase), insbesondere bei Patienten mit verborgenen Gaumenanomalien.
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